Schmetterlingsforum - Blog und Austauschplatform

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Pflegemaßnahmen im Emmersweiler Rosseltal

Nach der Auffüllung des Rosseltals im Bereich der Rosseler Straße in Emmersweiler in den 70er Jahren entwickelte sich zunächst ein entomologsich höchst interessanter Lebensraum. Im Saumbereich der Rossel wuchsen Weiden, Zitterpappeln, Erle und andere Weichhölzer. Gegenüber dem ursprünglichen Niveau des Tals wurde im Schnitt ca. 2m aufgefüllt. Dabei wurde eher mageres Substrat, gelber Sand und Bauschutt (sowie Abfälle vom Straßenbau) verwendet. Das Tal war danach ausgeprägt wechselfeucht - im Winter und Frühjahr waren tiefe Wagenspuren lange mit Wasser gefüllt und es wuchsen Binsen und Seggen im Umfeld. Andere Bereiche waren v.a. im Sommer knochentrocken und es entwickelte sich eine nur sehr spärliche Vegetation. Die ruderalen Strukturen wurden dank des noch nicht vollständig bewaldeten Bahndamms, über den heute noch viele Arten einzuwandern scheinen, schnell von einer großen Vielzahl von Tag- und Nachtfaltern besiedelt.

Scheckenfalter und Bläulinge waren in großer Artenzahl vorzufinden und nachts genügte schon eine 40W Glühbirne um zur entsprechenden Zeit mehrere Dutzend Kleespinner (Lasiocampa trifolii) anzulocken. Einen Überblick über den Artenreichtum, den man bis Ende der 80er Jahre im Emmersweiler Rosseltal beobachten konnte, gibt die Inventarliste des Fundortes.

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Moselexkursion (Klotten, Pommern, Valwig)

Moselexkursion (Klotten, Pommern, Valwig)

Samstag, 31. Mai 2009.

Melitaea didymaEs ist ein doch eher trüber Tag und wäre die Exkursion nicht schon längere Zeit geplant, wir wären wohl zuhause geblieben. Doch wären wir zuhause geblieben, wie hätten wir uns ärgern müssen, das verpasst zu haben! 

Maren Bergmann, Rainer Ulrich, Roland Summkeller, ich und meine beiden Söhne Marvin (14) und Jeremy (7) machen uns zunächst auf den Apollo-Wanderweg bei Valwig daran, interessante Schmetterlinge zu finden. Wir sind bewaffnet mit drei Fotokameras, guter Laune und vielen guten Augen. Das erste aus entomologischer Sicht bemerkenswerte ist das zahlreiche Auftreten von Melitaea didyma. Bedingt durch das trübe Wetter sind sie für fast jedes Foto zu haben und an einigen Stellen sitzen sie gleich zu mehreren auf einer Blüte, ruhen und versuchen meist nicht vorhandene Sonnenwärme einzufangen.

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Euphydryas aurinia - Beobachtungen im Bliesgau

KühchenschellenAm letzten Sonntag (5.4.09) nutzte ich zusammen mit Roland Summkeller und meinen Kindern das schöne Wetter für einen Ausflug in den Bliesgau (Bickenalbtal) und den Westrich (Badstube, Mimbach). Eigentlich wollte ich Nester von E. aurinia fotografieren, doch schon bald zeigte sich, dass es wohl schon zu spät dafür ist. Inmitten der Küchenschellenbestände (Bickenalbtal) zeigten sich die ersten fast erwachsenen Raupen von E. aurinia beim Sonnenbad.

Die Küchenschelle müsste eigentlich Kühchenschelle heißen wie mir Roland erklärt. Ursprünglich kommt der Name von der Verniedlichungsform von Kuh (= Kühchen) und Schelle (Glocke), könnte also auch Kuhglöckchen oder Kühchenglöckchen Winken heißen.

Die Raupen des Goldenen Scheckenfalters sitzen an diesem Tag meist an trockenen Stängeln und sonnen sich. Auf der Bickenalb kann ich über 30 Tiere zählen. In der Badstube zwei Stunden später (früher Nachmittag) schätze ich, mehrere hundert Tiere gesehen zu haben! An letzgenanntem Fundort sind die Tiere bereits einen Tick größer und sie sind ausnahmslos im letzten Kleid, wohingegen ich in der Bickenalb noch einige wenige Raupen im vorletzten Kleid angetroffen habe. Mein zweiter Besuch an beiden Standorten heute (10.4.) zeigte, dass kaum noch Raupen anzutreffen waren und ich finde bereits einige, die sich an Pflanzenstängeln zur Verpuppung festgemacht haben.

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Gortyna borelii PIERRET, 1837 Zucht an Kunstfutter

Gortyna boreliiWilfried Hasselbach hat mir im Winter dankenswerterweise ein paar Eier der Haarstrangwurzeleule überlassen. Mir ist ein Rätsel, wie er diese finden konnte - aber wenn einer das kann, dann er. Er erklärte mir, wie die Art zu züchten ist und dass die Raupen sehr gut an Karotte gezogen werden können. Zumindest in der Zucht ist Gortyna borelii also mitnichten monophag. Die Raupen sind wahre Ausbruchkünstler und müssen einzeln in stabilen Behältern gezogen werden.

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